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Nach chinesischer Erfahrung ist der gesamte Körper von einem Netz
von Energieleitbahnen (Meridianen) überzogen. Dieses Leitbahnsystem
verbindet ca. 400 auf ihm liegende Akupunkturpunkte, auch über tiefe
Verläufe zu den inneren Organen und Gewebestrukturen. Durch die
Nadelung der Akupunkturpunkte kann die in den Leitbahnen fließende
Energie "Qi" (gesprochen: "chie"), die Lebenskraft, beeinflußt werden.
Mit einer bestimmten Nadeltechnik öffnet und schließt man die "Schleusen"
und "Wehre" auf den Meridianen und leitet so den Qi-Fluß dorthin,
wo er hinfließen muß und dort ab, wo zuviel vorhanden ist. Nur wenn
Qi in richtigem Maße und ohne Blockaden und Stauungen durch den
Körper fließt, fühlen wir uns wohl und sind gesund.
Jeder Akupunkturpunkt hat bestimmte therapeutische Wirkungen auf
das ihm zugeordnete Organ sowie auf jene Körperregion, entlang denen
sein Meridian verläuft. Durch die Akupunktur kann so die Ausgewogenheit
der Qi-Zustände der unterschiedlichen Körperbereiche und das Yin-
und Yang- Gleichgewicht der Organe hergestellt werden. Diese Form
der klassischen Akupunktur bezieht die ganzheitliche Betrachtungsweise
des Menschen mit ein. Bei der Auswahl der Akupunkturpunkte findet
die ursächliche Entstehungsweise einer Erkrankung ihre Berücksichtigung.
Dieses Merkmal unterscheidet die klassische Akupunktur von der sonst
oft angewandten rein symptomatisch orientierten Akupunktur.
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